Nachhaltig

Mehr als schön

Design wirkt im dop­pel­ten Sinne nach­hal­tig – zum einen durch eine wir­kungs­volle, glaub­wür­dige Gestal­tung, die ver­ständ­lich und bar­rie­re­frei den Zugang zu Inhal­ten mög­lich macht. Gra­fik­de­sign kann mit der Kraft des Visu­el­len erklä­ren, berüh­ren, über­zeu­gen und darf dabei natür­lich auch schön sein. 

Zum ande­ren braucht es die ver­ant­wor­tungs­volle Umset­zung. Nach­hal­ti­ges Design schont Res­sour­cen, spart Ener­gie, ist schad­stoff­arm und recy­cel­bar. Und es wird unter fai­ren Bedin­gun­gen pro­du­ziert. Dabei wirft jedes Pro­jekt Fra­gen wie diese auf: Scha­den wir damit nie­man­dem, auch nicht der Umwelt? Brau­chen wir es wirk­lich?

In die­sem Sinne setze ich ihr Pro­jekt so nach­hal­tig wie mög­lich um. Oft ist schon mit klei­nem Auf­wand vie­les mög­lich – hier dazu ein klei­nes ABC der Ein­fluss­fak­to­ren:

Der Begriff Nach­hal­tig­keit ist lei­der über­stra­pa­ziert, jedoch gibt es kei­nen bes­se­ren, der sowohl die vor­aus­schau­ende, lang­fris­tige Wir­kung meint als auch die Ver­bin­dung von Öko­lo­gie, Öko­no­mie und Sozia­lem.

A – Z

Auf­lage
B
enut­zer­freund­lich­keit
Bin­dung
Dein­king
Druck
Druck­far­ben
Ener­gie­ver­brauch
For­mat
Green Hos­ting
Lebens­dauer
Les­bar­keit
Papier

Auflage

Die Auf­lage benennt die Zahl der pro­du­zier­ten Exem­plare. Es ist wirt­schaft­lich und umwelt­freund­lich, die Auf­lage genau zu kal­ku­lie­ren. Für man­che Publi­ka­tio­nen kann gar eine bewusste Ver­knap­pung sinn­voll sein. 

Benutzerfreundlichkeit

Hier geht es um Zugäng­lich­keit auf den unter­schied­lichs­ten Brow­sern und Gerä­ten, schnelle Lade­zei­ten, über­sicht­li­chen Auf­bau, ein­fach und bar­rie­re­frei bedien­bare Navi­ga­tion, klar struk­tu­rierte Inhalte und gute Les­bar­keit. Beson­der­hei­ten sind zu berück­sich­ti­gen, etwa eine mög­li­che Rot-Grün-Schwä­che oder Far­ben­blind­heit. Für gedruckte Medien außer­dem: Lässt es sich gut blät­tern? Las­sen sich For­mat und Gewicht gut in der Hand hal­ten?

Bindung

Die Bin­de­ar­ten unter­schei­den sich in Halt­bar­keit, Auf­schla­ge­ver­hal­ten und Recy­c­le­bar­keit. So ist zum Bei­spiel die Klam­mer­hef­tung preis­wert und am leich­tes­ten recy­c­le­bar, die Faden­hef­tung ist beson­ders halt­bar und zeigt das beste Auf­schla­ge­ver­hal­ten, die PUR-Kle­be­bin­dung ist halt­bar und gut im Auf­schla­ge­ver­hal­ten.

Deinking

Dein­king (De|in|king) ist im Papier-Recy­cling wich­tig für die Gewin­nung von hel­len Recy­cling­pa­pie­ren. Dabei wer­den die Druck­far­ben vom Alt­pa­pier gelöst und abge­schöpft. Einige Druck­far­ben sind nicht deinkbar und füh­ren zur Ver­un­rei­ni­gung von Recy­cling­pa­pier.

Druck

Die Wahl des Druck­ver­fah­rens rich­tet sich nach der Auf­la­gen­höhe und den jewei­li­gen Qua­li­täts­an­for­de­run­gen. Off­set­druck ist für große Auf­la­gen wirt­schaft­lich, ermög­licht höchste Druck­qua­li­tät und ist auch umwelt­freund­lich mach­bar, zum Bei­spiel durch alko­hol­freien Druck, unbe­denk­li­che Far­ben und Rei­ni­gungs­mit­tel, Redu­zie­rung der Maku­la­tur (Fehl­dru­cke, die beim Ein­rich­ten der Maschine anfal­len). Digi­tal­druck ist wirt­schaft­lich für kleine Auf­la­gen, hat kurze Pro­duk­ti­ons­zei­ten und schont Res­sour­cen, da zum Bei­spiel keine Druck­plat­ten erstellt wer­den müs­sen (Com­pu­ter-to-Print) und kaum Maku­la­tur anfällt. Die Papier­aus­wahl ist tech­no­lo­gisch bedingt ein­ge­schränkt.

Druckfarben

Far­ben auf Basis nach­wach­sen­der Roh­stoffe sind umwelt­freund­li­cher als mine­ral­öl­hal­tige Far­ben. Sie sind beim Papier-Recy­cling rück­stands­frei ent­fern­bar und die Pflan­zen­öle sind bio­lo­gisch leicht abbau­bar.

Energieverbrauch

Die Her­stel­lung von Papier ist sehr ener­gie­auf­wen­dig, aber auch der Ener­gie­be­darf für Inter­net­sei­ten, Such­ma­schi­nen, Daten­ser­ver etc. ist enorm. Es lohnt sich unbe­dingt, Papier opti­mal zu nut­zen, elek­tro­ni­sche Medien ener­gie­spa­rend zu opti­mie­ren und auf den Ein­satz von erneu­er­ba­ren Ener­gien zu ach­ten. Wie­viel Ener­gie jeder Klick ver­braucht, kann man auf www.websitecarbon.com sehr anschau­lich über­prü­fen.

Format

Bei der Wahl des For­ma­tes ist auch die Aus­nut­zung des Druck­bo­gens zu beden­ken. Mit DIN-For­ma­ten wer­den Druck­bö­gen opti­mal aus­ge­nutzt, mit außer­ge­wöhn­li­chen For­ma­ten ist das kniff­li­ger. Wenn man sie auf dem Druck­bo­gen nicht opti­mal anord­nen kann, erzeu­gen sie mehr Abfall.

Green Hosting

Hos­ting nennt man die Bereit­stel­lung von Spei­cher­platz für Inter­net­sei­ten und Daten­ban­ken. Green Hos­ting ist es dann, wenn die Pro­vi­der ihre Ser­ver kli­ma­neu­tral mit erneu­er­ba­ren Ener­gien betrei­ben und auch sonst auf Nach­hal­tig­keit im Unter­neh­men ach­ten.

Lebensdauer

Ent­spre­chende Mate­ri­al­ei­gen­schaf­ten und eine solide Ver­ar­bei­tung sind hier wich­tig. Wie reiß­fest ist das Papier? Sind Druck­far­ben und Papier lichtecht? Wie sta­bil sind Bin­dung und Umschlag des Buches? Auch die Ästhe­tik spielt eine Rolle. Ori­en­tiert sich die Gestal­tung allein an Trends, ist sie von kur­zer Lebens­dauer. Gestal­tung, die vom Inhalt her durch­dacht ist, lebt län­ger und kann zu gege­be­ner Zeit über­ar­bei­tet wer­den (Rede­sign), ohne immer kom­plett neu erfun­den zu wer­den. Ebenso wirkt sich die Nütz­lich­keit eines Pro­duk­tes auf die Lebens­dauer aus. Braucht man es wirk­lich? Ist es gut hand­hab­bar? Hat der Flyer noch einen zusätz­li­chen Nut­zen oder lan­det er schnell im Müll?

Lesbarkeit

Ein Medium kann noch so nach­hal­tig pro­du­ziert sein – es soll auch gut les­bar sein, damit es genutzt und ver­stan­den wird. Gute Les­bar­keit hängt von Schreib­stil und Text­struk­tur ab, ist aber ebenso eine Frage der Typo­gra­fie und Gestal­tung. Wel­che Schrift ist gut les­bar, für wel­che Art des Lesens und für wel­ches Medium? Wel­che Schrift eig­net sich spe­zi­ell für das Lesen am Bild­schirm? Schrift­art, Schrift­größe, Zei­len­ab­stand, Zei­len­länge etc. müs­sen auf­ein­an­der abge­stimmt wer­den. Der Kon­trast zwi­schen Text und Hin­ter­grund sollte hoch sein und der Hin­ter­grund mög­lichst ruhig. Im Buch oder Maga­zin ist eine hohe Opa­zi­tät (Undurch­sich­tig­keit) des Papiers wich­tig, damit die Rück­seite nicht stö­rend durch­scheint. Am Bild­schirm emp­fiehlt sich ein Ver­zicht auf starke Kon­traste, ablen­kende Hin­ter­grund-Mus­ter und blin­kende Ele­mente.

Papier

Papier sollte aus Roh­stof­fen nach­hal­ti­ger Forst­wirt­schaft her­ge­stellt sein und zum Bei­spiel das FSC- oder PEFC-Sie­gel tra­gen. Für die Her­stel­lung von Frisch­fa­ser­pa­pier wer­den in einem sehr ener­gie- und was­ser­in­ten­si­ven Pro­zess Zel­lu­lo­se­fa­sern aus dem Roh­stoff Holz gewon­nen. Recy­cling­pa­pier wird ganz oder teil­weise aus dem Roh­stoff Alt­pa­pier her­ge­stellt, was den Holz-Ver­brauch senkt und Ener­gie spart. Vier bis acht Mal kön­nen Zel­lu­lo­se­fa­sern wie­der­ver­wen­det wer­den. Mit dem Blauen Engel zer­ti­fi­zierte Recy­cling­pa­piere wer­den aus 100 % Alt­pa­pier und ohne gif­tige Che­mi­ka­lien und Zusatz­stoffe her­ge­stellt. Bei der Her­stel­lung von Umwelt­pa­pier wird zudem auf Dein­king und Auf­hel­lung ver­zich­tet, wes­halb es dunk­ler ist.

Fortsetzung folgt