Mehr Klimaschutz, weniger Folgekosten

Wenn Deutschland ambitioniert in Klimaschutz investiert, übersteigt der volkswirtschaftliche Nutzen die Kosten um das 1,8 bis 4,8-fache. Grafik: Anett Hentschel

Da mich die­ser Kli­ma­schutz­trotz ir­ri­tiert, und weil wir es nicht oft ge­nug sa­gen kön­nen: hier noch ein­mal ein De­tail auf meine Art, also mit visu­el­len Mit­teln in einer Gra­fik. Oft dringt das bes­ser durch, denn un­ser Ge­hirn ver­ar­bei­tet vi­su­elle Reize viel leich­ter als rei­nen Text.

Ja, na­tür­lich, Kli­ma­schutz kos­tet Geld. Nichts­tun kos­tet aber viel mehr. Das müsste ja spä­tes­tens die­sen Som­mer klar ge­wor­den sein. Schä­den an Stra­ßen und Schie­nen, Pro­duk­ti­ons­aus­fälle, sin­kende Ar­beits­pro­duk­ti­vi­tät, un­ter­bro­chene Lie­fer­ket­ten, Ern­te­ver­luste, kranke Men­schen und 12.500 Tote.

Bis zu 900 Mil­li­ar­den Euro Kos­ten für Kli­ma­schä­den kom­men bis 2050 auf Deutsch­land zu, so die Pro­gnose der Kli­ma­kos­ten­for­schung. Wer will das denn? Oder wer igno­riert das und rich­tet das Han­deln an Wahl­pe­ri­oden aus?

Es ist nö­tig und es rech­net sich so­gar, in Kli­ma­schutz zu in­ves­tie­ren. Viele Men­schen und Unter­neh­men sind da schon wei­ter als die Po­li­tik. Die je­doch ver­wei­gert sich dem Weit­blick. Un­ser Bun­des­kanz­ler schweigt und be­ob­ach­tet die Lage, Ver­kehrs­mi­nis­ter Stef­fen Bil­ger ver­spricht den Bin­nen­schif­fern „Wir kön­nen das Wet­ter nicht be­ein­flus­sen, aber wir könn­ten da­für sor­gen, dass un­sere Wirt­schaft bes­ser durch diese schwie­ri­gen Wo­chen kommt.“ Es geht aber nicht um „das Wet­ter“, son­dern wir er­le­ben die Kli­ma­krise. Und die Wirt­schaft für ein paar Wo­chen mit einem Trost­pflas­ter zu ver­sor­gen, zeugt von fahr­läs­si­ger Kurz­sich­tig­keit trotz bes­se­rem Wis­sen.

Und die Kom­mu­nen? Viele wür­den schon mehr tun, aber sind klamm. In Nürn­berg be­steht eine Haus­halts­sperre. In diesem Falle muss bei den frei­wil­li­gen Auf­ga­ben der Kom­mune ge­spart wer­den, wor­un­ter auch Kli­ma­schutz und Kli­ma­an­pas­sung fal­len. Gut des­halb der ak­tu­elle Vor­stoß der SPD-Mi­nis­te­rien in Ber­lin, die Kli­ma­an­pas­sung zur Pflicht­auf­gabe für Kom­mu­nen machen möch­ten.

Die knappe Visu­a­li­sie­rung zeigt be­wusst einen po­si­ti­ven Aspekt die­ser kom­ple­xen The­ma­tik – den Blick nach vorn ge­rich­tet, auf das was mög­lich ist.