
Da mich dieser Klimaschutztrotz irritiert, und weil wir es nicht oft genug sagen können: hier noch einmal ein Detail auf meine Art, also mit visuellen Mitteln in einer Grafik. Oft dringt das besser durch, denn unser Gehirn verarbeitet visuelle Reize viel leichter als reinen Text.
Ja, natürlich, Klimaschutz kostet Geld. Nichtstun kostet aber viel mehr. Das müsste ja spätestens diesen Sommer klar geworden sein. Schäden an Straßen und Schienen, Produktionsausfälle, sinkende Arbeitsproduktivität, unterbrochene Lieferketten, Ernteverluste, kranke Menschen und 12.500 Tote.
Bis zu 900 Milliarden Euro Kosten für Klimaschäden kommen bis 2050 auf Deutschland zu, so die Prognose der Klimakostenforschung. Wer will das denn? Oder wer ignoriert das und richtet das Handeln an Wahlperioden aus?
Es ist nötig und es rechnet sich sogar, in Klimaschutz zu investieren. Viele Menschen und Unternehmen sind da schon weiter als die Politik. Die jedoch verweigert sich dem Weitblick. Unser Bundeskanzler schweigt und beobachtet die Lage, Verkehrsminister Steffen Bilger verspricht den Binnenschiffern „Wir können das Wetter nicht beeinflussen, aber wir könnten dafür sorgen, dass unsere Wirtschaft besser durch diese schwierigen Wochen kommt.“ Es geht aber nicht um „das Wetter“, sondern wir erleben die Klimakrise. Und die Wirtschaft für ein paar Wochen mit einem Trostpflaster zu versorgen, zeugt von fahrlässiger Kurzsichtigkeit trotz besserem Wissen.
Und die Kommunen? Viele würden schon mehr tun, aber sind klamm. In Nürnberg besteht eine Haushaltssperre. In diesem Falle muss bei den freiwilligen Aufgaben der Kommune gespart werden, worunter auch Klimaschutz und Klimaanpassung fallen. Gut deshalb der aktuelle Vorstoß der SPD-Ministerien in Berlin, die Klimaanpassung zur Pflichtaufgabe für Kommunen machen möchten.
Die knappe Visualisierung zeigt bewusst einen positiven Aspekt dieser komplexen Thematik – den Blick nach vorn gerichtet, auf das was möglich ist.