
Besonders in dicht bebauten und versiegelten Städten, die sich in Zeiten der Klimakrise stark aufheizen. Es braucht dort mehr Bäume, die Schatten und Verdunstungskühle spenden.
Als ich vor einigen Wochen in Paris vor dem Rathaus stand, habe ich mich ehrlich gefreut: Wow, die haben das einfach gemacht.
2500 m² entsiegelt, 150 Bäume gepflanzt und „im Unterholz“ Tausende Sträucher, Farne und andere kleine Pflanzen, die zusammen mit den Bäumen tatsächlich eine waldähnliche Atmosphäre erzeugen.
In den zunehmenden Hitzeperioden ist dieser Stadtwald eine natürliche Klimaanlage. Und er ist – im Herzen der Stadt – ein starkes Zeichen.
Zurück in Nürnberg vor dem Rathaus: Auch hier werden die Sommer heißer und der Hauptmarkt ist immer öfter ein Ort, den die Menschen meiden. Der Platz ist überhitzt und leer, zumindest tagsüber. Seit Februar 2026 stehen dort 11 mobile Bäume. Sie sollen ein erster Schritt hin zu einer dauerhaften Begrünung sein.
Schon lange grübelt, diskutiert, streitet, prüft die Stadt Nürnberg, wie und wann dieser zentrale Platz begrünt werden soll. Eine „unendliche Geschichte“ nannte es der BUND Naturschutz und machte 2024 einen pragmatischen Vorschlag. 30 große Bäume könnten den Hauptmarkt südlich und westlich säumen, der Platz in der Mitte bliebe frei, also für Events wie den Christkindlesmarkt nutzbar.
Laut Stadtverwaltung sind jedoch kurzfristig keine dauerhaften Baumstandorte am Hauptmarkt möglich, beispielsweise weil im Untergrund viele Leitungen für Wasser, Strom und Gas liegen. Langfristig sollen dennoch Bäume und anderes Grün im Boden wachsen, was aber umfassend geplant werden muss. Wann das geschehen soll, ist unklar.
Derweil stehen da 11 mobile Bäume. Erst einmal als Vorboten für die angekündigte umfassende Planung. Oder als Testfeld.
Wie lässt sich solch ein Prozess beschleunigen? Die Auswirkungen der Klimakrise erfordern doch gerade sehr deutlich ein beherztes Handeln.